Jahreskreisfeste:

Wintersonnwende - 21. Dezember: Jul (Sonne)

Die schwärzeste und längste Nacht des Jahres. Die Sonne wird erneut geboren. Wir feiern die Göttin Lucina. Die Wintersonnenwende oder auch Mittwinter, findet am zwischen 20. bis 23. Dezember statt, in dieser dunkelsten und längsten Nacht vollzieht sich eine Wendung. Die Nächte werden von nun an immer kürzer. Die Bezeichnung Yule kommt von dem angelsächsischen Wort Yula, was "Kreis des Jahres" bedeutet. Das Wort Jul bedeutet "Rad" und wird mit der Sonne verbunden, die in dieser Nacht wieder an Kraft zunimmt. Diese Zeit war schon immer eine Zeit des Friedens, die Waffen wurden niedergelegt und zwölf Tage wurde nicht gekämpft.

Das Julfest ist ein Wendepunkt, eine Umkehr, ein Anfang, und an diesem Tag feiert man die Rückkehr von Licht und Leben. Jul ist der (Wieder-) Geburtstag der Sonne, der Tag des Triumphes des Lichts über die Dunkelheit. In der dunkelsten und längsten Nacht der Wintersonnenwende vollzieht sich eine Wendung, denn die Nächte werden von nun an immer kürzer, die Tage wieder länger. Es ist ein Freudenfest, bei dem die Rückkehr oder die symbolische Wiedergeburt der Sonne gefeiert wird.

Lichtmess - 2. Februar: Imbolc (Mond)

Der Höhepunkt zwischen Wintersonnenwende und der Frühlingstagundnachtgleiche. Das Licht wird wieder Kraftvoller. Imbolc findet am 2. Februar statt, jetzt werden die Tage immer wärmer und heller. Die Sonne bekommt wieder Kraft und ist auch länger zu sehen. Langsam vertreibt sie die Dunkelheit. Andere Namen für Imbolc sind Candlemas, Oimelc  oder Lichtmess (im christlichen Glauben).
Imbolc ist ein Feuerfest und zeigt uns die Ankunft des Frühlings. Wir kehren den Kreis mit einem Besen um zu zeigen das das Alte hinausgekehrt wird und das Neue beginnt. Der Name Imbolc bedeutet "Im Bauch der Mutter", was zeigen soll, dass im Bauche von Mutter Erde das Leben schon schlummert und kurz davor ist ans Licht zu kommen. Die christliche Kirche beanspruchte diesen Feiertag als Lichtmess, dem Tag an dem alle Kirchen-Kerzen für das kommende Jahr gesegnet werden.

Imbolc ist der Tag zwischen der Wiedergeburt des Lichts und der Manifestation des Lebens an sich. Es wird mit Reinheit, Unschuld und den jungen, frischen Trieben im Winterfrost assoziiert. Was zur Wintersonnewende geboren wurde, beginnt sich zu festigen. Nur wer seine Nase zu früh herausstreckt, wird sich mit den bevorstehenden Frühjahrsstürmen und den letzten Frösten auseinandersetzen müssen.

Frühlingstagundnachtgleiche - 21. März: Ostara (Sonne)

Tag und Nacht sind jetzt gleich lang. Wir feiern die Vergänglichkeit und die Fruchtbarkeit. Die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche findet zwischen 20. und 23. März statt und wir befinden uns jetzt im ersten Viertel des Jahres. Dieses Fest wird von vielen Ostara genannt. Dieses Fest wird rund um den Erdball gefeiert und es zeigt die Rückkehr des Frühlings an, die Wiedergeburt der blühenden Natur. Für Hexen bedeutet die Geburt des Frühlings, das Wiedererwachen des Lebens auf der Erde, Licht und Dunkel sind heute auf der ganzen Erde von gleicher Dauer, es ist daher die Zeit des Gleichgewichtes. Die wunderschöne Bestätigung das nichts über den Winter gestorben ist, sondern sich nur verändert hat und wiedergeboren wird. Deshalb ist die Wiedergeburt und Wiederauferstehung das Hauptthema dieses Festes.

Ostara, das zunehmende Äquinoktium, bezeichnet meteorologisch den Frühlingsanfang und ist traditionell die Mitte des Frühlings, der Tag der Ausgeglichenheit zwischen Licht und Dunkelheit, wenn der Frühling die Umwelt mit einem wiederbelebenden Wachstum erwachen lässt.

Walpurgisnacht - 30. April/1. Mai: Beltane (Mond)

Vereinigung von Gegensätzen. Die Göttin und der Gott vereinen sich. Beltane, auch als Walpurgisnacht (dieser Name kommt aber aus dem christlichen Glauben) bekannt war und ist ein Fruchtbarkeitsfest. Die meisten feiern dieses Fest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Das ist das "althergebrachte" Datum dieses Festes. Die Kraft der Sonne wird jetzt immer stärker und die Natur strotzt jetzt regelrecht vor Fruchtbarkeit und Leben. Beltane war ein ursprünglich ein Keltisches oder Druidisches Fest des Feuers und dabei wurde die Vereinigung der Göttin und des Gehörnten Gottes gefeiert, die Fruchtbarkeit in all ihren Variationen.

Beltane bildet als Hauptfest die Achse zu Samhain, welche das Jahr in eine helle beziehungsweise dunkle Seite, einen Jahrestag und eine Jahresnacht, ein Sommer- und ein Winterhalbjahr teilt. Ab Beltane steigt die Sonne weiter bis zur Sonnenwende, und die helle Jahreshälfte beginnt. Mensch und Vieh können endlich die beengende, düstere Behausung verlassen. Von jetzt ab spielt sich das Leben wieder im Freien ab.

Sommersonnenwende - 21. Juni: Litha (Sonne)

Der längste Tag des Jahres. Ab heute werden die Tage wieder kürzer. Mittsommer findet zwischen 20. und 23. Juni statt, dies ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Nach der Mittsommernacht werden die Tage wieder kürzer, wir gedenken der Vergänglichkeit des Lebens. Dieses Fest trägt den Namen Litha. Dieses Fest markiert auch den Beginn der Erntezeit und wird manchmal auch 1. Ernte genannt. Der Monat Juni wurde früher Bachmonat (Brachmânoth) genannt, weil in diesem Monat das Brachfeld, also der ungepflügte Acker, bearbeitet wurde. Denn in der Dreifelderwirtschaft wurde immer ein Drittel des Feldes brachliegen gelassen und erst im darauffolgenden Juni gepflügt. In alter Zeit war das Jahr zweigeteilt (Winter/Sommer), daher bedeutet Mittsommer ganz einfach das nun die Mitte des Sommers erreicht war.

An diesem längsten Tag im Jahr gibt es Licht und Leben im Überfluss. Zum einen ist es ein Feiertag der die volle Kraft des Lebens darstellt, auf der anderen Seite ist es auch der Tag nach dem die Tage wieder kürzer werden. Man feiert im Bewusstsein, dass dem Höhepunkt im Kreislauf des Seins unweigerlich der Abstieg folgen muss, und dass auch der Mensch seinen Lebenszenit auch mal überschreiten wird. Man feiert die volle Kraft des Lebens, aber gedenkt auch der Sterblichkeit seiner Existenz.

Lammas - 2. August - Lughnasad (Mond)

Einer der grössten Sabbate überhaupt. Wir feiern das fest des Überflusses. Lughnasad wird am 2. August gefeiert und ist das erste Erntefest, hier steht allerdings eine persönliche, seelische Ernte im Vordergrund. Im Gegensatz zu Mabon, wo uns die Natur reichtlich beschenkt. Wir ernten nun zum ersten Mal was wir im Frühjahr gesät haben. Lammas war der mittelalterliche Name für dieses Fest und bedeutet Loafmass (was soviel wie Brotmengen bedeutet.) An dem Tag wurden Brotlaibe von der ersten Weizenernte gebacken und angeboten. Wir können unterscheiden zwischen Lughnasad, das zu Ehren von Lugh gefeiert wird und Lammas, das als Erntefest gilt. Das christliche Gegenstück könnte Maria Himmelfahrt am 15. August sein. Der Sommer zeigt sich noch einmal von seiner wärmsten und heissesten Seite, doch die Tage werden schon kürzer. Lugnasad kennzeichnet somit den Beginn der Erntezeit und wird daher oft auch Schnitterfest genannt.

Lughnasad ist das erste von insgesamt drei Erntefesten. Es ist mehr ein Fest zur Freude über die beginnende Erntezeit, weniger - aber auch - ein Erntedankfest. Im heutigen Zeitalter des Welthandels, der Supermärkte, Kühltruhen, Konserven und ganzjährig verfügbaren Lebensmitteln ist kaum nachzuvollziehen, was dieser erste Erntetag in früheren Jahrhunderten für die Menschen bedeutete. Das Bauernvolk lebte von Ernte zu Ernte. Hoffen und Sorgen um Erntesegen bestimmte einst Denken und Brauchtum des bäuerlichen Menschen, bis Anfang August die Feldernte einsetzte und im September das "Herbsten" des Obstes begann.

Herbsttagundnachtgleiche - 21. September: Mabon (Sonne)

Wir bedanken uns bei dem Mächten für ihren Schutz und ihrer Begleitung. Die Herbst-Tag- und Nachtgleiche findet zwischen 20. und 23. September statt, das genaue Datum kannst Du einem astronomischen Kalender entnehmen. Der Namen sagt Dir schon die Besonderheit dieses Tages, denn an diesem Tag sind Tag und Nacht gleich lang. Von heute an werden die Tage immer kürzer und der Sommer verabschiedet sich langsam, die Tage sind noch voller Wärme doch die Nächte werden kalt. Wir rücken am Abend näher an den Herd, die längeren Abende geben uns Zeit um zum Beispiel zu Lesen, zu reden und oder zu basteln. Wir bedanken uns für das Gute das in diesem Jahr geschehen ist und erwarten mit Freude den Winter und die Dunkelheit.

Dieses Fest ist das zweite, das mittlere Erntefest zwischen Lughnasad (um den 31. Juli) und Samhain (um den 31. Oktober). Auch hier wird wieder die Ernte gefeiert welche nun dem Ende zugeht. Diese Ernte ist nun aber die Ernte der Früchte, der Trauben und des Obstes. Es ist Zeit, Obstbrände, Fruchtweine, Met etc. anzusetzen. Es ist das Erntedankfest, an dem man glücklich und stolz auf das in diesem Jahr Erreichte zurückblicken kann.

Halloween - 31. Oktober: Samhain (Mond)

Neujahrsfest der Hexen. Danksagung den Mächten für ihren Beistand und Segen. Am 31. Oktober, Mittherbst, feiern die meisten Samhain. Samhain markiert das Ende des Sommers (der von Beltane bis Samhain dauert) und der Name bedeutet "Sommerende". Wir schauen in die Vergangenheit und in die Zukunft. Wir wissen dass jetzt alles von neuem beginnt, das Jahresrad dreht sich weiter. Samhain steht im Jahresrad genau Beltane gegenüber und wird auch Beltanes dunkler Zwilling genannt.

Samhain ist ein Fest des Abschieds von der Sonne und ein Totenfest, bei dem der verstorbenen Freunde, Verwandten und Ahnen gedacht wird. Die Ahnen werden geehrt, denn sie waren die Vorbereiter des eigenen Lebens und sind der einzige Grund, warum man selbst auf der Welt ist. Gleichzeitig ist es das dritte und letzte Erntefest, welches den Vegetationszyklus des Jahres abschliesst. Es ist ein ernsthaftes, nachdenkliches, düsteres und feierliches Opferfest, aber kein Fest der Trauer.

 

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