Vom Chaos zum luziden Traum

Diese Seite ist keine gewerbliche Seite. Diese Seite ist rein informativ und hat keine Gewinnerzielungsabsicht.

So wie der Mensch imstande ist seine Denkfähigkeit zu trainieren, ebenso kann er auch sein Träumen schulen. Natürlich sind die Fähigkeiten zu einem gehobenen Traumniveau für das Bestehen im Alltag nicht so wichtig, wie das Denken. Das ist auch der Grund, warum wir in unserem Wissenstand auf diesem Gebiet etwas weniger fortgeschritten sind.

Der luzide Traum unterscheidet sich in einigen Merkmalen vom normalen Traum. Damit wir besser erkennen können worum es geht, möchte ich zunächst die Wesensmerkmale der luziden Träume beschreiben:

Die Wesensmerkmale der luziden Träume:

-          Es ist kein abrupter Szenenwechsel (springen) wie bei üblichen Träumen. Wir bewegen uns kontinuierlich fort.

-          Der Träumer ist sich seines andersartigen Zustandes bewusst und verwechselt den Traum nicht mit der "Wirklichkeit".

-          Der Träumer wird von keinem inneren Handlungszwang gelenkt, sondern verfügt über die freie Entscheidung seines Handelns.

-          Der Träumer kann jederzeit seinen Traum abbrechen.

-          Die Bildabfolge ist langsam und wie im Alltag (durch zu schnelles Schauen kann man die bewusste Kontrolle über den Traum verlieren).

-          Durch das langsamere und aufmerksame Betrachten der Dinge ist alles viel plastischer und einprägsamer.

-          Andere Sinneswahrnehmungen, wie Tasten, Riechen, Wärme- und Kältegefühl sind voll vorhanden.

-          Der Träumende ist sich seiner Fähigkeiten und Stärken bewusst.

-          Der Träumer verfügt über die Fähigkeit des Experimentierens.

Die anschliessende Erinnerung an den luziden Traum ist plastisch und detailliert.

Wie heben wir unser Traumniveau?

Der "normale Traum", dies ist eine etwas oberflächliche Bezeichnung, denn was in der Regel bei den Traumbeobachtungen vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass nicht alle Träume in der Qualität im Sinne eines plastischen Erlebens gleich sind. Die meisten Menschen beschäftigen sich zu sehr oder nur mit dem Inhalt der Träume. Die Traumabläufe können sich jedoch zusehends mehr und mehr den Wesensmerkmalen luzider Träume nähern - vorausgesetzt der Mensch bemüht sich darum. Es ist dies eine qualitative Änderung des Traumerlebens. Unseren Fortschritt können wir hierbei nur am durchschnittlichen Traumniveau messen, denn die Intensität und Qualität der Träume ist fluktuierend, selbst innerhalb einer Nacht (die Träume werden gegen Morgen zu plastischer).

Für das Entwickeln der Traumfähigkeiten gilt fast das Gleiche wie für die Denkfähigkeit; wir müssen lernen, aufmerksam zu sein und müssen einige Fähigkeiten trainieren. Die wichtigsten Punkte sind:

-          Durch intellektuelles Auseinandersetzen mit den Trauminhalten, dem Verstehen der Traumsymbole.

-          Durch Aufmerksamkeit während des Träumens. Die Aufmerksamkeit erhöht sich, wenn unser Interesse am Träumen wächst und wir durch Meditation eine zunehmende innere Klarheit erwerben.

-          Durch ein emotionelles Hineinleben in die Welt der Träume.

Praktische Initiativen:

Das Führen von Traumtagebüchern

siehe im Teil Traumsymbole

Interesse

Ein Interesse an den Träumen hebt die innere Wachheit und Aufmerksamkeit und damit allmählich das Traumniveau.

Erwerbung von Symbolkenntnis

Studium von seriösen Büchern über Traumsymbole
Internetadressen:
Links zu Traum-WWW-Seiten

Visualisationsübungen, Meditaionen, inneres Schauen

siehe die Meditationsseiten in der Solaris-Homepage (Verzeichnis beim Artikelkopf)

Lernen die Vielfältigkeit der Schöpfung zu akzeptieren

Das heisst Staunen lernen und die Wunder um uns erkennen lernen.


Wenn wir die Kennzeichen der luziden Träume als Zielpunkt betrachten, so können wir die Träume in verschiedene Kategorien der Annäherung zur Luzidität einteilen:

Skala zunehmender Traumqualitäten:

-          Erschöpfungsschlaf; es sind kaum Traumerinnerungen vorhanden

-          Unplastische Träume mit häufigem Szenenwechsel

-          Die Träume werden plastisch, farbfroh und interessanter

-          Der Trauminhalt wird logischer und bizarre Szenen werden seltener

-          Szenenwechsel mit darauffolgendem andersartigem Trauminhalt wird seltener

-          Die Träume werden zu einem logischen Weiterleben, ähnlich wie am Tag, nur in andersartiger Umgebung

-          Hin und wieder veranlassen uns besonders schöne Objekte zu einer bestaunenden Betrachtung (emotionell)

Unser inneres Wesen ist ruhig und entsprechend ist auch der Handlungsablauf im Traum. Da wir nicht mehr so stark von der Ereignisfolge abgelenkt werden, gelangen wir zu einem Erkennen unseres Zustandes und werden luzid.


Ich bringe nun eine Einteilung von Symbolhierarchien, also eine Einteilung der Symbole nach Bedeutungsgraden in Hinblick auf Strukturerkennung, Orientierung und Lebenswichtigkeit. Es liegt natürlich eine gewisse Willkür in diesem Schema. Da dies jedoch keine mathematische Formel ist, sondern eine Einteilung, muss diese ja einer menschlichen Willkür unterliegen.

-          Symbole auf der Basis unseres Körpers

-          Symbole aus allgemeinen Umweltstrukturen

-          Symbole aus unserer zivilisatorischen Alltagsumwelt

-          Symbole aus der individuellen Lebenserfahrung

 

Symbole auf der Basis unseres Körpers

Raum- und Zeitorientierung

Ursprung und Quelle unserer Orientierung und Beurteilung der Welt ist unsere Gestalt. Aus unserer bisymetrischen Bauweise ergeben sich zwei Hauptrichtungen des Agierens und (visuellen) Wahrnehmens und zwei Zwischenbereiche. Es sind die Hauptbereiche unserer zweidimensionalen Welt (nämlich die Oberfläche des festen Bodens) auf der wir uns bewegen. Es gibt dann noch zwei weitere Richungen, die wir teilweise wahrnehmen können, die jedoch nicht unserem Lebensraum angehören. Es sind dies Oben und Unten. Hinauf zur Sonne, den Sternen, Wolken und Vögeln können wir nur hinblicken und was unter uns ist, in der Erde, ist uns verborgen.

Handlung

-          Nach vorne bewegen wir uns fort und nach vorne können auch unsere Hände als Handlungsorgane optimal eingesetzt werden.

-          Rückwärts ist genau das Gegenteil der Fall - wir können uns kaum nach rückwärts fortbewegen und auch kaum nach rückwärts handeln.

Wahrnehmung


Verstärkt wird die auf vorne und rückwärts bezogene Handlungsfähigkeit durch eines der wesentlichsten Sinnesorgane, nämlich die Augen:

-          Nach vorne sehen wir und als Folge dessen erkennen wir (deshalb dem Bewussten zugeordnet)

-          Nach rückwärts können wir nicht sehen, und fühlen uns von dort aus unsicher und bedroht. (deshalb dem UBW zugeordnet)

 

Die Seitenbereiche sind Zwischenbereiche, bzw. Übergangsbereiche, sowohl was die Handlungsfähigkeit, die optische Wahrnehmung und auch die Symbolik anbelangt.

Rauminterpretierte Zeitsymbolik

-          Vor uns liegt der Weg, den wir zu beschreiten beabsichtigen (Zukunft)

-          Hinter uns ist der Raum, den wir durchschritten haben (Vergangenheit)

 

Symbole aus allgemeinen Umweltstrukturen

Unserer Umwelt würde sich ein Chaos unzähliger Symbole ablesen lassen. Das Programm unseres Gehirnes, welches zur Entscheidungsfindung Prioritäten der Wahrnehmung und des Handelns finden muss, muss zu diesem Zweck auch Prioritäten in der Bedeutung der Elemente der Umwelt setzen. Was in der Umwelt bedeutungsvoll ist, entscheidet unsere Biologie. Es sind jene Elemente, die für unsere Existenz essenziell sind.

Unter den Umweltgegebenheiten, finden sich solche, welche schon seit Jahrmillionen für unsere Spezies und ihre Entwicklungskette entscheidend waren. Diese haben sich tief in das instinktive Verhalten eingeprägt und sie waren auch entscheidende Elemente für die körperliche Gestaltung der Vielfalt von Lebewesen. Auf Grund ihrer archäischen Bedeutung werden diese Symbole hier "kosmische" Symbole genannt. Den Begriff Archetypen verwende ich deshalb nicht, weil dieser Begriff einer anderen Theorienbildung angehört und auch nicht ausreichend zwischen Symbolhierarchien unterscheidet.

Einige wichtige Symbole dieser Kategorie:

-          Hell- und Dunkelpolarität

-          "Himmel" und "Hölle" (Ordnung u. Chaos) des Oben u. Unten

-          Allgemeine topographische Gegebenheiten

-          Die vier Elemente, ihre Erschliessbarkeit u. Durchsichtigkeit

 

Symbole aus unserer zivilisatorischen Alltagsumwelt

Diese Symbole stehen tiefer als die "kosmischen" Symbole. Beispiel der Dominanz eines "kosmischen" Symboles über ein Alltagssymbol: Wir befinden uns in einem Raum, sei es Keller oder Wohnzimmer. Von oberster Bedeutung für die Zuordnung (ob UBW- od. BW-Bereich) wird die Beleuchtung sein. Das Licht gehört der zweiten Hierarchie an. Das Licht ist jedoch nur ein "kosmisches" Hilfsmittel und einer höheren Wertigkeit untergeordnet, nämlich jener des Sehens und des daraus resultierenden des Erkennens.

-          Lebensräume (Strassen, Häuser etc.)

-          Mittel der Fortbewegung (zu Fuss, Auto, Bahn etc.)

-          Hindernisse und Hilfen bei der Wegfindung

-          Kommunikationselemente wie Radio, Telefon etc.

 

Symbole aus der individuellen Lebenserfahrung

Es handelt sich hierbei nicht nur um einzelne Symbole, die jeder für sich in mühsamer Traumarbeit selbst herausfinden muss, sondern auch um Nuancierungen und Einfärbungen, welche Symbolen höherer Hierarchie auferlegt werden. Vergessen wir nicht, dass die Symbole aus der Erfahrung des Individuums gebildet werden und somit zwangsläufig eine individuelle Prägung erhalten.

 

Luzider Traum   zurück zu Themen