Generelles zur "Handhabung" von Träumen

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Tag und Nacht im Traum

Zunächst kann man erst einmal Notiz davon nehmen, ob es im Traum Tag oder Nacht war. Die Tages- bzw. die Nachtzeiten sind ein nützlicher Hinweis zur näheren Ortung, in welcher Bewusstseinsschicht sich das Traumgeschehen abspielt; bzw. aus welchen Bewusstseinsschichten die Information der Traumhandlung herstammt. Der Tag im Traum weist auf die Nähe der Traumhandlung zu unserem bewussten Bereich hin, während die Nacht im Traum auf unseren unbewussten Bereich hinweist.

Die Traumumgebung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umgebung, in welcher die Traumhandlung stattfindet. Hierbei ist zu beachten, ob wir uns in unserem Traum in bekannten oder unbekannten Gegenden oder Orten befinden. Vielleicht sind es aber auch Gegenden, die zwar unbekannt sind, uns aber doch an eine bekannte Gegend erinnern.
Die Umgebung des Traumgeschehens weist darauf hin, auf welche Bereiche unseres Lebens sich der Inhalt der Traumhandlung bezieht. Träumen wir z.B. vom Arbeitsplatz, wird sich der Trauminhalt wahrscheinlich auf irgendwelche psychologischen Zusammenhänge beziehen, die mit uns und unserer Arbeit an unserem Leben zu tun haben. Sie können aber auch ganz banal mit unserem Arbeitsplatz im Zusammenhang stehen. Die Deutung hängt vom jeweiligen Kontext des Traumes statt.

Personen / Lebewesen im Traum

Personen, die im Traum vorkommen, sind sehr aufschlussreich. Man kann zwischen bekannten und unbekannten Personen unterscheiden; männlich und weiblich. Des Weiteren gibt es da noch die Tiere, bekannt und unbekannt, und sonstige Wesenheiten. So wie uns die Personen/Wesen bekannt, sind, geht es meistens um die in uns steckenden bewussten oder kurz vor der Grenze zur Bewusstheit stehenden Eigenschaften, bzw. Angewohnheiten oder Wesenszüge und weniger um die reale Person selbst. Es handelt sich um das Bild, welches wir von betroffenen Personen/Wesen aus dem Leben haben. Dieses Bild ist unsere Projektion; ein Teil von uns.

Träumen wir von einer uns bekannten Person, von der wir z.B. wissen dass er/sie im richtigen Leben sehr hilfsbereit ist, dann geht es bei diesem Traum möglicherweise genau um diese Eigenschaft.

Bei Unbekannten geht es ebenso um projizierte psychische Aspekte, Eigenschaften, bzw. Angewohnheiten oder Wesenszüge, nur dass diese tiefer im Unbewussten sitzen; so tief, dass unser Bewusstsein diese Thematik möglicherweise als uns nicht eigen erkennt. Erzeugt diese unbekannte Person bei uns Unbehagen, zeigt dies, in welchem Grade wir die durch diese Person dargestellte jeweilige- Thematik in uns ablehnen (siehe auch mein Vermerk über Albträume). Wie stark diese Ablehnung zu Tage kommt, hängt von unserer Offenheit zu uns selbst ab, aber auch davon, in wie weit unser Bewusstsein über uns dominiert. Ablehnung ist eine Form von Affinität und wo immer wir mit Affinität reagieren, sollte dies ein Zeichen dafür sein, dass wir mit der entsprechenden Thematik irgend etwas zu tun haben; sonst würden wir nicht “mitschwingen”. Andererseits kann eine gewisse Thematik uns auch ganz gelassen sein lassen; dies wäre ein Hinweis darauf, dass wir Entsprechendes schon integriert und verarbeitet haben und wissen, damit umzugehen.

C. G. Jung bezeichnet den unbekannten Mann, bzw. die unbekannte Frau als “Animus”, bzw. “Anima”. Hierbei handelt es sich um den inneren gegengeschlechtlichen Anteil in jedem von uns. Dieser Anteil wird von unseren Elternteilen geprägt und wird später in der eigenen Partnerschaft unbewusster weise auf den Partner, bzw. die Partnerin projiziert; bzw. ist massgeblich an der Wahl des Partners beteiligt ... dementsprechend versuchen wir, unser "Gegenstück" im Partner zu finden. Die Mutter prägt die Anima des Sohnes, der Vater den Animus der Tochter.

Bei Tieren werden Thematiken behandelt, welche eher animalischen, instinktiven Ursprungs oder tief in unserer Entwicklungsgeschichte sitzenden Verhaltensweisen sind. Bei Insekten geht es mehr um im Unbewussten agierende, autonome Verhaltensweisen. Natürlich ist immer das Verhältnis des Träumers zum geträumten Tier in die Deutung mit einzubeziehen.

Wesenheiten sind etwas schwieriger zu beurteilen. Wenn sie nicht gerade einen archetypischen Charakter darstellen, sollte man sie befragen.

 

Das Befragen

Eine gute Methode ist, wie erwähnt, das Befragen. Man nehme sich eine ruhige Minute Zeit und vertieft sich nochmals in seinen Traum. Man konzentriert sich auf das/den zu Befragende/n und stellt diesem dann seine Frage. Die Antwort wird in den Sinn kommen.

 

Traumarten

 

Albträume und Verfolgungsträume

Albträume und Verfolgungsträume haben unmittelbar mit unseren Ängsten zu tun; aber auch mit unserem Widerstand gegen Veränderungen und Uneinsichtigkeit.
Da Angst unmittelbar mit Aggression zusammenhängt, ist es wenig verwunderlich, dass wir bei Albträumen “gegen uns” gerichtete Aggression erleben. Diese Aggression ist allerdings unsere Eigene. Ein anschauliches Beispiel sind die Albträume, in denen man versucht, vor etwas zu fliehen, oder wo man etwas bekämpft. In Albträumen begegnen wir unbewussten psychischen Inhalten, die in uns stecken und bewusst werden wollen. Unser Bewusstsein wehrt sich gegen diese Inhalte und nimmt sie subjektiver weise in “negativer” Form war. So wird ein Traum zum Alptraum.
Bei Verfolgungsträumen will ein bestimmter Aspekt in unser Bewusstsein dringen, gegen den wir uns sperren oder den wir nicht in uns wahrhaben wollen.
Die Befragung des “Gegners”, bzw. sich dem “Gegner” stellen, ist der Schlüssel zur Deutung und Einlösung dieser unbewussten psychischen Inhalte, um die Transformation ins Bewusstsein zu ermöglichen und den Albtraum zu erlösen.
Für den Betroffenen ist es schwer, Mut zu fassen und sich diesen Inhalten zu stellen, weil die Thematik mit grosser Angst besetzt ist (sonst wäre es ja kein Albtraum). Letztendlich geht es aber um uns selbst und es ist ein sinnloses und schmerzliches Unterfangen, vor sich selber wegzulaufen, oder sich selbst zu bekämpfen.

 

Todesträume

Es gibt zwei Arten von “Todes”-Träumen, die zu unterscheiden sind. Da gibt es die eine Art von Todes-Träumen, welche auf einschneidende Veränderungen hindeuten und die weitaus selteneren wirklichen Todesträume. Der häufigste Traumvariante ist die, in welcher man vom Sterben oder von Beerdigung träumt. Diese Träume sind in eine Handlung eingebettet. Diese Träume sind Wandlungsträume und weisen darauf hin, dass etwas im Leben verändert wird, etwas “stirbt”. Das kann irgend z.B. ein gewohntes Verhalten sein, für welches es Zeit ist, beendet zu werden. Träume dieser Art lassen sich über den Kontext sehr gut interpretieren.

Echte Todesträume haben keine Bewegung. Sie haben keine Handlung im herkömmlichen Sinne.

 

Wiederholungsträume

Wenn bestimmte Träume immer wieder erscheinen, dann ist dies ein „Hilferuf“ des Unbewussten. Irgendein Verhalten im Wachleben ist festgefahren und das Unbewusste versucht auf diese Art und Weise, den Träumenden darauf hinzuweisen, etwas zu verändern. Die Deutung der inhaltlichen Thematik wird Aufschluss darüber geben, wobei es sich im Detail handelt und meistens sind Lösungsvorschläge schon mit beinhaltet. Bei der Deutung dieser Träume muss tief in die Erinnerung gegriffen werden, denn Auslöser für das spezielle Problem und auch der Grund für die speziellen Traumbilder liegen meistens weit zurück.

Kompensatorische Träume

Diese Art von Träumen kommt vor, wenn die Einstellung des Bewusstseins zur Lebenssituation besonders einseitig ist. Der Traum stellt sich hierbei mit seinen Bildern auf die „Gegenseite“. Diese Träume weisen darauf hin, mehr in der „Mitte“ seiner eigentlichen Bedürfnisse zu leben.

Archetypische Träume

Hierbei greift das Unbewusste auf Bilder zurück, die im Stammhirn lagern. Das ist der Gehirnbereich, wo wir unsere ganze Menschheitsentwicklung verankert haben. So will uns ein Traum etwas Grundsätzliches, fast Individuum-Übergreifendes. mitteilen. Es sind Träume, die aus dem kollektiven Unbewussten kommen, Offenbarungen unserer uralten Stammes- und Menschheitsgeschichte.

Prophetische Träume

Solche Träume kommen meistens nicht immer mit klaren, eindeutigen Bildern. Sicher; es kommt vor, dass so ein Traum für den Träumer beim aufwachen instinktiv als solcher erkennbar ist. Meistens ergibt allerdings erst die Analyse Hinweise; vor allem, wenn es sich um einen alptraumhaftes Geschehen handelt, auf deutliche Warnsignale der Seele, den bisherigen Lebensstil zu ändern, da es andernfalls zur Katastrophe kommen könnte.

 

Unterstützendes

 

Traum-Tagebuch

Wer sich beim Erinnern von Träumen etwas nachhelfen möchte, dem empfehle ich das Führen eines Traum-Tagebuchs. Es wird in etwa so wie ein richtiges Tagebuch angelegt. Es empfiehlt sich, die Träume zusätzlich neben dem Datum auch mit einer numerischen Folge zu versehen (es kann durchaus sein, ein späterer Traum auf einen früheren Traum Bezug nimmt und das Traumgedächtnis die Nummer jenes früheren Traums verwendet).
Es ist vorteilhaft, immer einen Notizblock und einen Kuli/Bleistift am Bett liegen zu haben, denn meistens erinnern wir uns im Moment des Erwachens an etwas gerade Geträumtes, oder wir wachen nachts aus einem Traum auf. Selbst ein fast vergessener Traum wieder in Erinnerung kommt, wenn man anfängt, ihn aufzuschreiben.
Menschen, die behaupten, nie zu träumen, haben lediglich keine Erinnerung an ihre Träume. Hat jemand Probleme damit, kann er/sie abends, wenn er schlafen geht, an sein Traumbewusstsein appellieren und sich folgendes sagen: “Ich träume jede Nacht, ich träume auch heute Nacht und morgen früh beim Aufwachen weiss ich, was ich geträumt habe”.
Das Führen eines Traum-Tagebuchs verhilft dem Einzelnen, sich mehr mit seinem Innern auseinander zu setzen und das Traumgedächtnis wird sich als dankbar erweisen, weil es sich mehr beachtet fühlt und viele Träume schicken. Des Weiteren ist das Traum-Tagebuch eine gute Grundlage zur Deutung der Träume.

Wem das Führen eines Traumtagebuchs zu viel Arbeit ist, sollte sich wenigstens die wichtigsten Träume aufschreiben. Träume, bzw. Traumdetails, verfliegen sonst sehr schnell aus unserer Erinnerung. Um mit den Träumen arbeiten zu können, ist das Niederschreiben empfehlenswert. Im Übrigen kann das Ergebnis einer Deutung durchaus ganz banal ausfallen.

 

Imagination

Wer absolut Probleme hat, sich an Träume zu erinnern, kann auf die Technik der Imagination zurückgreifen. Hierbei lässt man Bilder oder "Filme" vor dem inneren Auge ablaufen. Man kann diesen Bildern auf die gleiche Weise begegnen, wie Bildern aus den Träumen. Per Imaginationstechnik kann man sich auch in Traumszenen zurück versetzen und einen Traum bewusst weiterträumen.

 

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